Basel III & Rating

Transparentes und faires Ratingverfahren

Ein gutes Rating Ihres Unternehmens hat positive Auswirkungen auf Ihre Kreditkonditionen. Ratingverfahren zur Kreditvergabe und -überwachung gibt es schon lange. Bereits mit Basel II sind 2007 europaweit einheitliche Anforderungen definiert worden. Sie profitieren dadurch von einer fairen und transparenten Ermittlung Ihrer Kreditkonditionen.

Faire Verfahren für Kreditvergabe

Rating als Grundlage

Eine faire Kreditvergabe braucht nachvollziehbare Kriterien. Wir bewerten Ihr Unternehmen nach einem standardisierten Ratingverfahren und analysieren damit geschäftliche Chancen und Risiken. Das Ratingergebnis entscheidet über die möglichen Konditionen für Ihren Kredit. Das Ratingverfahren ist dabei je nach Branche und Unternehmensgröße unterschiedlich, damit für Ihre Institution auch wirklich maßgeschneiderte Richtlinien gelten.

Richtlinien für Banken

Die Richtlinien "Basel I", "Basel II" und "Basel III" regeln für Kreditinstitute die Anforderungen an das Eigenkapital. Je nach Ausfallrisiko muss die Bank einen Kredit entsprechend mit Eigenmitteln unterlegen können. Das hat direkte Auswirkungen auf die Konditionen für Ihren Kredit. Das Verfahren zur Einschätzung des Ausfallrisikos des Kredits ist das Rating für Unternehmen. Auch hier gibt es Vorschriften, wie dieses gestaltet sein muss.

Faires Ratingverfahren

  • Standardisiertes Verfahren: Das Rating erfasst standardisiert Merkmale rund um das Unternehmen.
  • Vier-Augen-Prinzip: Zwei Bankberater bewerten Ihr Unternehmen unabhängig voneinander.
  • Unternehmensspezifisch: Je nach Branche und Unternehmensgröße gibt es unterschiedliche Bewertungskriterien.

Anforderungen an Banken durch Basel-Regeln

EU-Richtlinie für Banken

Wenn Kredite mit hohem Risiko nicht durch ausreichend Eigenkapital der Bank abgesichert sind, kann es passieren, dass die Bank selbst in finanzielle Schwierigkeiten gerät. So kamen in der Vergangenheit Banken in Not, die zu viele "notleidende Kredite" in ihrer Bilanz hatten. Sie konnten sich nicht mehr aus eigener Kraft stabilisieren und mussten durch staatliche Mittel gerettet werden. Die Europäische Union hat deshalb eine Richtlinie für Eigenkapitalanforderungen bei Kreditinstituten erlassen und sie nach den Erfahrungen mit der Finanzkrise noch einmal durch neue Bestimmungen ergänzt.

Basel I, II und III

  • Basel I: Bereits in den 1980er-Jahren wurden vom Basler Ausschuss für Bankenaufsicht Vorschläge zu Eigenkapitalvorschriften für Kreditinstitute erarbeitet. Sie sahen vor, dass Banken mindestens 8 Prozent Eigenkapital halten müssen.
  • Basel II: Auf Basel I aufbauend wurden die Regelungen konkretisiert. So sollte sich das geforderte Eigenkapital, mit dem die Bank einen Kredit unterlegen muss, noch stärker am tatsächlichen Risiko orientieren. Auf diesen Regeln basiert die EU-Richtlinie von 2007. Ziel von Basel II war es unter anderem, die Risiken auch in den Zinsen einzupreisen.
  • Basel III: Das Basler Gremium hat nach den Erfahrungen mit der Finanzkrise neue Vorschläge erarbeitet. Sie richten den Fokus verstärkt auf die Definition von Eigenkapital. Banken müssen demnach ihre Eigenkapitalquote sukzessive erhöhen. Zwischen 2016 und 2019 müssen sie einen Kapitalpuffer von zusätzlich 2,5 Prozent anlegen. Auch die Mindestkernkapitalquote steigt von 4,5 Prozent (2013) auf 6 Prozent. Dieses Ziel musste bereits 2015 erreicht sein.

Mindestkapitalanforderungen nach Basel III

Mit der Einführung der "Basel-III-Regeln", die seit 2013 bis 2019 schrittweise umgesetzt werden, müssen Kreditinstitute höhere Eigenkapitalanforderungen als bisher erfüllen. Die strengeren Regeln sollen bewirken, dass Kreditinstitute sich im Krisenfall aus eigener Kraft stabilisieren und retten können.

Übersicht über die Mindestkapitalanforderungen

  2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019
Hartes Kernkapital 3,5 % 4,0 % 4,5 % 4,5 % 4,5 % 4,5 % 4,5 %
Kapitalerhaltungspuffer - - - 0,625 % 1,25 % 1,875 % 2,5 %
Hartes Kernkapital gesamt 3,5 % 4,0 % 4,5 % 5,125 % 5,75 % 6,375 % 7,0 %
Abzüge vom harten Kernkapital - 20 40 60 80 100 100
Mindestkernkapitalquote 4,5 % 5,5 % 6,0 % 6,0 % 6,0 % 6,0 % 6,0 %
Gesamte Eigenkapitalquote (inkl. Ergänzungskapital) 8,0 % 8,0 % 8,0 % 8,0 % 8,0 % 8,0 % 8,0 %
Gesamte Eigenkapitalquote plus Risikopuffer 8,0 % 8,0 % 8,0 % 8,625 % 9,25 % 9,875 % 10,5 %

Bewertung von Unternehmen durch Ratingverfahren

Das Ratingverfahren

Für einen internationalen Konzern sind dabei andere Bewertungs-Kriterien relevant als für einen mittelständischen Betrieb, einen Freiberufler oder einen Sozialen Dienstleister. Wir bieten deshalb mehrere Rating-Modelle an, welche die Besonderheiten der jeweiligen Zielgruppe berücksichtigen.

Wir arbeiten unter anderem mit einem speziell für Non-Profit-Organisationen (=NPO) entwickelten Rating.

Durch die Anwendung dieses anspruchsvollen Rating-Verfahrens können die Kosten sowohl für Sie als Kreditnehmer als auch für die LIGA Bank individuell abgeleitet werden. So ist diese Methode einerseits für Sie als Kunde und andererseits für uns als Bank von Interesse.

Kriterien für das Rating von Unternehmen

Beim Rating von Unternehmen ermittelt die Bank anhand von Kennzahlen und Qualitätskriterien die entsprechende Rating-Klasse. Diese besagt, wie hoch die Bank das Ausfallrisiko einschätzt, also mit welcher Wahrscheinlichkeit der Kredit nicht zurückgezahlt werden kann. Grundlage für die Bewertung sind unter anderem die Geschäftsunterlagen, die Sie mit Ihrem Kreditantrag einreichen.

Mit unseren speziellen Branchenkenntnissen und dem eigens für soziale Dienstleister entwickelten Ratingverfahren sind wir in allen Finanzierungsfragen für Ihre Organisation gut positioniert.

Ablauf und Ergebnis des Verfahrens

So läuft das Rating für Unternehmen ab

Um ein sicheres und faires Ratingverfahren zu gewährleisten, läuft der Prozess stark standardisiert ab.

  • Vier-Augen-Prinzip: Zwei Bankberater bewerten Ihr Unternehmen anhand der quantitativen und qualitativen Merkmale unabhängig voneinander.
  • Ratingklasse: Das Ergebnis ist eine Ratingklasse, die über Ihre konkreten Kreditkonditionen entscheidet.
  • BaFin-Kontrolle: Das Ratingverfahren wurde von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) geprüft und analysiert.

Kreditkonditionen: Das Rating zeigt die Ausfallwahrscheinlichkeit

Aus dem Ratingergebnis wird die entsprechende Ratingklasse abgeleitet. Sie zeigt, wie hoch die Ausfallwahrscheinlichkeit ist, also die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kredit nicht zurückgezahlt werden kann. Zeigt die Ratingklasse ein hohes Ausfallrisiko an, muss die Bank ausreichend Eigenkapital unterlegen, um für sich selbst das Ausfallrisiko zu kompensieren. In Ihren Kreditkonditionen macht sich dies über höhere Zinsen bemerkbar, da die Kosten für die Gegenfinanzierung für die Bank auch höher sind.